Barcodedrucker und Etikettendrucker – Eine Reise durch die Technik
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Ein Barcodedrucker definiert sich im Grunde durch seine Fähigkeit, Barcodes exakt nach Spezifikation auszudrucken. Dank der fortschreitenden Technik wirkt diese Anforderung heute fast überholt: Mit einem handelsüblichen PC, einem Standarddrucker und der passenden Software lassen sich Barcodes inzwischen problemlos erzeugen. Das war in der Anfangszeit der Barcodetechnik jedoch noch eine echte Herausforderung.
Die Anfänge: Nadeldrucker vs. frühe Thermodrucker
In der Ära von Commodore 64, Atari und den ersten Apple-PCs fehlte es an Druckern, die mit hoher Auflösung und exaktem Druckbild arbeiten konnten. Nadeldrucker waren damals extrem populär und galten als technische Errungenschaft, auch wenn ihre Druckqualität oft zu Leseproblemen führte. Die Barcodes waren unscharf, mussten sehr groß gedruckt werden und verblassten schnell, wenn das Farbband abgenutzt war.
Gleichzeitig gab es die ersten speziellen Barcodedrucker auf Thermo-Basis. Diese klobigen Stand-Alone-Geräte – oft so groß wie eine Mikrowelle – waren extrem teuer. In den Anfangsjahren kosteten sie rund 15.000 DM, später pendelte sich der Preis bei etwa 8.000 DM ein. Zum Vergleich: Ein einfacher Nadeldrucker kostete "nur" 800 bis 1.500 DM, und für 8.000 DM bekam man damals einen guten Neuwagen!
Um diese frühen Thermodrucker zu bedienen, nutzte man eine integrierte Zahlentastatur. Bestimmte Layouts wurden von Spezialisten umständlich auf EPROMs gebrannt und als Firmware in den Drucker eingesetzt. Flexibilität sah anders aus.
Der Durchbruch: Schnittstellen und interne Intelligenz
Komfortabler wurde es, als die Thermodrucker erste Schnittstellen bekamen – zunächst die serielle RS-232, später die deutlich schnellere parallele Centronics-Schnittstelle. Da die Datenübertragung für heutige Verhältnisse aber immer noch extrem langsam war (die Übertragung kleiner Grafiken dauerte bis zu einer Minute), besaßen die Barcodedrucker eine eigene "Intelligenz".
Schriften, Barcodes und Grafiken wurden intern im Drucker gespeichert. Der PC übermittelte lediglich simple Textbefehle, an welcher Position welcher Text oder Barcode eingefügt werden sollte. Die eigentliche Umsetzung des Layouts fand dann direkt im Drucker statt.
Gegenüber den Nadeldruckern setzte sich der Thermodruck schließlich durch, da er scharfkantige und immer kräftig schwarze Barcodes lieferte. Zwar hat der reine Thermodirektdruck bekannte Nachteile – er verblasst durch UV-Licht und ist empfindlich gegen Kratzer oder Feuchtigkeit –, aber diese ließen sich später durch spezielle Beschichtungen (Thermo-Top) oder die noch robustere Thermotransfer-Technik beheben.
Heute: Grafikdruck und das Comeback der Druckersprache
Mit der Einführung grafischer Betriebssysteme und der schnellen USB-Schnittstelle wandelte sich der Prozess massiv. Heute erzeugt der Computer das Etikett meist als komplette Grafik und schickt es über den Druckertreiber an den Drucker – genau wie bei einem normalen Tintenstrahl- oder Laserdrucker. Das gibt Ihnen beim Layout maximale Freiheit mit unzähligen Schriftarten.
Interessanterweise feiert die direkte Ansteuerung über interne Druckersprachen heute wieder ein Comeback. Da mobile Geräte wie Smartphones und Tablets (iOS/Android) oft keine klassischen Druckertreiber unterstützen, nutzen moderne Apps integrierte APIs. Sie senden die Textbefehle per WLAN oder Bluetooth direkt an den Drucker, der das Layout dann wieder selbstständig zusammensetzt.
Da diese Geräte primär Etiketten bedrucken, hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch der Begriff Barcode-Etikettendrucker durchgesetzt. Egal ob als kompakte Desktop-Lösung oder als robustes Industrie-Gerät – die Vorteile im Thermotransfer-Druck (Schnelligkeit, extreme Haltbarkeit und perfektes Handling) machen sie im professionellen Bereich nach wie vor unverzichtbar.
Bondrucker, Kassendrucker und Barcodescanner am POS
Genauso wichtig wie der saubere Druck von Barcode-Etiketten ist deren schnelle und fehlerfreie Erfassung. Die Entwicklung bei Barcodescannern hat rasante Fortschritte gemacht – vom klassischen Laser- und CCD-Scanner bis hin zum modernen 2D-Barcodescanner, der mühelos komplexe Datamatrix- oder QR-Codes ausliest.
Barcodes und QR-Codes auf dem Kassenbon
Eine zentrale Rolle im modernen POS-Bereich spielen Bondrucker (oft auch Kassendrucker genannt). Sie drucken längst nicht mehr nur Artikel und Preise aus. Spätestens seit der Einführung der KassenSichV und der Pflicht zur Technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) in Deutschland ist es Standard, dass auf Kassenbons kryptografische Daten oder QR-Codes zur Steuerkontrolle aufgedruckt werden. Das sorgt für absolute Transparenz und schützt vor Steuerbetrug.
Tempo und nahtlose Anbindung
Um Wartezeiten an der Kasse zu minimieren, arbeiten moderne Bondrucker enorm schnell. Druckgeschwindigkeiten von 300 mm pro Sekunde sind heute keine Seltenheit mehr – ein kompletter Kassenbon ist in weniger als einer Sekunde fertig.
Angesteuert werden diese Geräte klassisch über einen Druckertreiber per USB oder Ethernet im Netzwerk. Genauso gut lassen sie sich aber auch mobil per Bluetooth von einem Tablet oder Smartphone aus bedienen. Das reibungslose Zusammenspiel aus POS-Kassensystem, Scanner und Bondrucker bildet heute das technische Fundament für schnelle und sichere Prozesse im Verkauf.